Systolischer und diastolischer Blutdruck:

Der Blutdruck besteht aus zwei Werten, zum Beispiel 120/80 mmHg. Der systolische Druck ist der obere Wert und beschreibt den Druck in den Arterien, wenn das Herz Blut in die großen Gefäße ausstößt. Der diastolische Druck ist der untere Wert und misst den Druck zwischen den Herzschlägen, wenn sich das Herz entspannt und erneut mit Blut füllt.

Messung mit herkömmlichen Geräten

Klassische automatische Blutdruckmessgeräte pumpen die Manschette zunächst sehr stark auf, oft über 200 mmHg, unabhängig davon, wie hoch der tatsächliche systolische Druck ist. Erst beim langsamen Ablassen der Luft werden systolischer und diastolischer Wert berechnet. Das starke Überpumpen ist für viele Personen unangenehm und kann die Messung beeinflussen.

Moderne Geräte mit Messung während der Inflation (Inflationsmessung)

Neuere Geräte bestimmen den Blutdruck bereits während des Aufpumpens. Diese Methode heißt Inflationsmessung. Dabei registriert das Gerät die pulsbedingten Schwingungen der Arterie. Während der Manschettendruck steigt, nimmt die Amplitude dieser Oszillationen zu, erreicht einen klaren Maximalpunkt und sinkt anschließend wieder ab.

Der systolische Druck wird anhand eines charakteristischen Punktes oberhalb der maximalen Amplitude der Oszillationen berechnet, der diastolische Druck anhand eines weiteren charakteristischen Punktes nach einem kurzen Ablassen der Luft. Beide Werte werden durch die Analyse der gesamten Oszillationskurve bestimmt und nicht durch Geräusche oder deren Verschwinden.

Für diese Berechnung verwendet das Gerät einen spezialisierten Algorithmus, der die Form der Kurve auswertet und daraus die präzisesten systolischen und diastolischen Werte ableitet.

Die Inflationsmessung ist schneller, angenehmer und vermeidet unnötig hohen Manschettendruck, da nur so weit aufgepumpt wird, wie für eine zuverlässige Analyse erforderlich ist.

Warum sich aufeinanderfolgende Messungen unterscheiden können

Der Blutdruck verändert sich kontinuierlich. Unterschätzungen oder Überschätzungen können entstehen durch leichte Bewegungen des Arms, veränderte Atmung, unbewusste Muskelspannung, Restdruck in der Manschette, Lageänderungen oder natürliche kurzfristige Blutdruckschwankungen.

Wie man den zuverlässigsten Wert erhält

Der genaueste Wert ergibt sich aus dem Durchschnitt von drei Messungen, die im Abstand von 30 bis 60 Sekunden durchgeführt werden.

Pulsdruck und Normbereich

Der Unterschied zwischen systolischem und diastolischem Wert heißt Pulsdruck.
Ein Pulsdruck von 30 bis 60 mmHg gilt als normal.
Ein Wert über 60–70 mmHg kann auffällig hoch sein, ein Wert unter 30 mmHg auffällig niedrig.

Beispiel zur Orientierung

Bei einem Blutdruck von 120/80 mmHg beträgt der Pulsdruck 40 mmHg und liegt damit vollständig im normalen Bereich.

Wann man ärztlichen Rat suchen sollte

Wenn Messwerte regelmäßig von der Norm abweichen oder sich deutliche Veränderungen wiederholen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt bei begleitenden Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen oder allgemeinem Unwohlsein.

Blutdruckklassifikation gemäß WHO-Richtlinien

Diagramm zur Verteilung der normalen Blutdruckwerte

Die folgende Richtlinie zur Beurteilung von Bluthochdruck (unabhängig von Alter oder Geschlecht) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Bitte beachten Sie, dass zusätzliche Faktoren wie Diabetes, Adipositas, Rauchen und andere individuelle Risiken ebenfalls berücksichtigt werden müssen.


Wir empfehlen auch
Verwandte Veröffentlichungen